19.07.1895
Nettetal
–
08.07.1942
Łódź
Isidor Isaak Sanders kämpfte als Kriegsfreiwilliger im Ersten Weltkrieg und wurde verwundet. Dafür wurde ihm das Eiserne Kreuz II. Klasse und das Verwundetenabzeichen in Schwarz verliehen. Nach Kriegsende zahlte ihm das Versorgungsamt in Düsseldorf eine Kriegsbeschädigtenrente. Von Beruf war er Viehhändler als Mitinhaber von Sanders, Erben & Co. Er heiratete am 28.12.1928 in Süchteln Sophia Baum, ihr Sohn Erich wurde 1930 in Kaldenkirchen geboren. Die junge Familie lebte in Kaldenkirchen bei Isidors Eltern und zog 1936 nach Süchteln zu seinen Schwiegereltern. Am 28.10.1939 mussten Isidor, seine Frau und Sohn Erich nach Düsseldorf in eine Zwangsunterkunft, ein sog. Judenhaus (Geibelstraße 39), ziehen. Isidor wurde zwangsweise zum Arbeitseinsatz herangezogen. Die Familie Sanders wurde am 27.10.1941 von Düsseldorf in das Ghetto „Litzmannstadt“ deportiert. Im Ghetto erhielt Isidor bis März 1942 weiterhin seine Kriegsbeschädigtenrente und arbeitete in der Landwirtschaftssektion. Er konnte sich und seine Familie mit dem Nachweis seiner Auszeichnungen aus dem Ersten Weltkrieg und seiner Tätigkeit im Ghetto von der großen „Aussiedlungs“-Aktion am 8.5.1942 zurückstellen lassen, aber sein Gesundheitszustand infolge der katastrophalen Ernährungslage im Ghetto war schlecht: Isidor musste mehrmals in das Krankenhaus des Ghettos eingewiesen werden. Er starb am 8.7.1942. Als offizielle Todesursache wurde „Unterernährung“ angegeben.
Text: Jule Schouren
Der Stammbaum wird aktuell überarbeitet und ist bald wieder verfügbar. Vielen Dank für Ihre Geduld.