Erinnerungsort an der HSD

Erich Sanders aus Süchteln

29.05.1930 Nettetal – 11.09.1942 Chełmno

Erich Sanders lebte mit seiner Familie zunächst bei seinen Großeltern väterlicherseits in Kaldenkirchen. Als er 6 Jahre alt war, zog die Familie nach Süchteln zu Erichs anderen Großeltern. Hier wurde er in den Akten als einziges jüdisches schulpflichtiges Kind registriert und besuchte die jüdische Schule in Krefeld. Am 28.10.1939 wurde die Familie Sanders gezwungen, von Süchteln aus in eine Zwangsunterkunft, ein sog. Judenhaus (Geibelstraße 39), nach Düsseldorf zuziehen. Am 26.10. 1941 mussten sie sich im Düsseldorfer Schlachthof einfinden. Am nächsten Morgen, dem 27.10.1941, wurde die Familie in das Ghetto „Litzmannstadt“ deportiert. Erichs Vater starb dort am 8.7.1942 an „Unterernährung“. Erichs Mutter soll am 7.9.1942, 3 Tage nach Beginn der „Großen Sperre“, an „Herzversagen“ gestorben sein. Am 11.9.1942 wurde Erich mit vielen anderen Kindern aus dem Ghetto mit dem Zug in das Vernichtungslager Kulmhof gebracht. Dort musste Erich einen „Gaswagen“ besteigen. Dies war ein eigens konstruierter LKW mit einem Aufbau, der geschlossen wurde, und in den die Abgase hineingelassen wurden. Auf dem Weg in ein nahegelegenes Wäldchen, in dem sich die Massengräber befanden, wurde Erich Sanders qualvoll erstickt.

 

Text: Jule Schouren

Stammbaum

Stammbaum

Der Stammbaum wird aktuell überarbeitet und ist bald wieder verfügbar. Vielen Dank für Ihre Geduld.